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Insel-Leben.

 

Sandhügel umgeben und geprägt von Ebbe und Flut. Kommen und Gehen. Im Sommer täglich über 1000 Tagesgäste kommen und gehen. Zu jeder Jahreszeit Menschen mit Gepäck, kommen und gehen.

 

Ich glaube, wenn wir das bewust wahrnehmen steckt darin eine tiefe Weisheit. Das Leben - Kommen und Gehen.

 

Freunde kommen und gehen. Gerade hier auf einer Insel ist das sehr einschneidend, wenn lieb gewonnene Menschen die Insel verlassen , ist das anders als wenn sie auf dem Festland in den Nachbar Ort ziehen, sie verlassen diesen besonderen Lebensraum Insel. Besuche sind nicht mehr ohne Weiteres möglich.

 

Und doch, letztendlich bleibt einem nur, sie ziehen zu lassen, wenn die Zeit reif ist. Aber es lehrt einen auch, die geschenkte Zeit gemeinsam zu genießen, hier auf der Insel.

 

Den ewigen Wechsel zwischen Ebbe und Flut bewusst zu leben heißt aber auch ein Gefühl dafür zu bekommen, es werden andere Menschen kommen, neue Bekanntschaften werden entstehen und wachsen. Vielleicht wird man dadurch gelassener, kann dankbar ziehen lassen und hoffend annehmen, was kommt. Vielleicht!

 


 

Mit dem Geist Gottes als Rückenwind durch den Sommer.

 

 

 

Wir haben Pfingsten gefeiert. Die Ausgießung des heiligen Geistes, ein Fest, das mir immer etwas zu abstrakt und so wenig Handfest erscheint. Wieder helfen mir hier die Naturgewalten dieser Insel: Zu der Nordsee gehört nun einmal der Wind, an Tagen, wo er fehlt, wo es auf der Insel windstill ist, fehlt etwas, wird das Leben hier träge und schwermütig. Es braucht immer etwas Wind, damit mir die Arbeit leicht von der Hand geht, doch bei starkem Gegenwind wird es anstrengend.

 

Gott hat uns nicht gegeben den Geist der Furcht, der sich uns entgegen stellt, wie der Gegenwind, sodass wir nicht vom Fleck kommen, sondern den Geist der Kraft und der Liebe und der Besonnenheit. Dieser Geist treibt uns an erfüllt uns mit Leichtigkeit und bringt uns voran, wie der Rückenwind auf dem Fahrrad. Lassen sie sich mit diesem Geist erfüllen, entweder ganz konkret und Handfest durch den Wind dieser Insel oder in Gedanken zuhause.

 


 

Nicht umsonst feiern wir Ostern an der Schwelle vom Winter zum Frühling. Die Natur und die Menschen erwachen zum neuen Leben. In ganz besonderer Weise erlebe ich das in meinem neuen Zuhause auf Langeoog. Die Insel war leer, karg, dunkel, hat ausgeruht den langen Winter über, der Fährverkehr war eingeschränkt und bei Sturm oder Eisgang fuhr auch mal gar kein Schiff. Die Ruhe hat Mensch und Natur gut getan.

 

 

 

Nun erwacht alles wieder von Neuen. Und wir feiern Ostern. Das was wir um uns herum sehen und erleben, lässt sich als Zeichen für Ostern deuten: "Der Tod ist verschlungen in den Sieg.

 


 

 

 

Ein frostiger Gruß von der Insel.

 

 

Aber es muss doch Frühling werden.


Gott spricht:

 

Ich will dem Durstigen geben

 

von der Quelle des lebendigen Wassers

 

 umsonst.

 

 

 

Offenbarung 21,6

 

Dieses Wort vom Wasser steht nun als Jahreslosung über meinem ersten richtigen Jahr auf der Insel, wie schön. Ein Wort vom Wasser, auf einem Sandhügel, der umgeben ist vom Wasser. Überall hört man oder sieht man oder riecht man Wasser. Es ist quasi allgegenwärtig und der Rhythmus der Gezeiten bestimmt hier in ganz anderer Weise den Alltag, als irgendwo auf dem Festland.

 

Doch lebt man eine Weile hier auf der Insel, so wird einem bewusst, das Wasser, was wirklich lebensnotwendig ist, das ist das Wasser, was man nicht sieht, das Wasser der Süßwasserlinse unter der Insel. Aus ihr bezieht die ganze Insel Sommers wie Winters ihr Trinkwasser. Welch ein Kostbarer Schatz ist das, den es mit Sorgfalt zu bewahren gilt.

 

Ist es nicht so ähnlich mit der Quelle des lebendigen Wassers woraus wir umsonst, das heißt ohne Vorleistung trinken dürfen, um den Durst unserer Seele zu stillen? Wir sehen weder die Quelle, noch den, der uns daraus zu trinken anbietet, und doch ist für den der glaubt und auf den HERRN vertraut, dieses Wasser lebensnotwendig. Es erquickt die Seele und gibt immer wieder und täglich neue Kraft für den nächsten Schritt. Wohl dem, der aus dieser Quelle schöpft.

In diesem Sinne ein frohes und gesegnetes neues Jahr.